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DOHLEN
 



 

Über den Ellwanger Dächern fliegt die wahrscheinlich größte Dohlenschar Baden-Württembergs.

Dies ist vor allem unserem NABU - Mitglied Reinhold Schuster, der auch die Wildvogel-Pflegestation betreibt, zu verdanken.

Auf sämtlichen Ellwanger Kirchtürmen und anderen öffentlichen Gebäuden hat er mehr als 50 Großraumnistkästen montiert.

Die Jungdohlen - jährlich sind es mindestens 100 Vögel - werden, soweit möglich, vor dem Ausfliegen beringt.

Ringfunde zeigen, dass die Ellwanger Dohlenpopulation sich auch auf benachbarte Städte ausweitet.

Alle von Dohlen belegten Nistkästen werden im Herbst gereinigt.

Die Beringung der jungen Dohlen und die Reinigung der Nistkästen - eine sehr staubige Angelegenheit - wird seit einigen Jahren durch die Mitglieder der NABU-Ortsgruppe Ellwangen Franz Rösch und Josef Bolsinger durchgeführt.




Dohlen über Ellwangen

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Video von RegioTV

Video vom 18.11.2011 - hier klicken




Vogel des Jahres 2012 - Die Dohle

Von Hariolf Löffelad

Mit der Dohle hat der NABU einen ganz außergewöhnlichen Vertreter der Rabenvögel ausgewählt. Vielen ist wohl gar nicht bekannt, welch besondere Lebensraumansprüche die schwarzen Gesellen haben und weshalb besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Als nur etwa taubengroßer Rabenvogel mit auffallend grauem Nacken- und Wangengefieder sowie der weißen Iris des Auges sind Dohlen gut zu bestimmen. Es sind sehr gesellige Vögel, die in teils größeren Brutkolonien oft mitten in Städten an größeren Gebäuden oder Kirchtürmen zu beobachten sind. Die klangvollen "kja" oder "schak"-Rufe sind charakteristisch. Männchen und Weibchen bleiben meist ein Leben lang zusammen und bilden mit anderen Paaren einen engen Sozialverband. Gemeinsam ziehen mehrere Paare zur Nahrungssuche oder verteidigen ihre Neststandorte.
Meist werden in einer Jahresbrut 3 - 4 Junge aufgezogen, die nach ca. 5 Wochen flügge werden und noch längere Zeit in der Kolonie verweilen. Oft sieht man große Dohlenschwärme im Herbst und Winter, teils auch in Gesellschaft mit anderen Rabenvögeln umherziehen.

In Mitteleuropa brüten etwa 500.000 Paare mit weiterem Verbreitungsschwerpunkt in Osteuropa von Russland bis in die Türkei. In Norddeutschland nehmen sie sogar Kaninchenbaue als Quartier, in Waldgebieten werden auch Baumhöhlen angenommen, die zuvor vom Schwarzspecht gezimmert wurden. Ansonsten suchen sie sichere Brutplätze an Felsen oder eben als Kulturfolger allerlei Mauernischen an geeigneten Gebäuden. Darüber hinaus ist es für die Vögel entscheidend, nahe gelegene, gute Futterplätze auf reich strukturierten Wiesen, Feldern und Gärten vorzufinden. Auch ein Komposthaufen wird gerne auf Fressbares durchsucht.

In den 1970er bis 1990er Jahren waren die Bestände der Dohle in Deutschland stark zurückgegangen. Viele Kolonien konnten eine Mindestgröße von einigen Paaren nicht mehr halten und waren erloschen. Ein wesentlicher Grund dafür war die Sanierung der Innenstädte sowie die Vergitterung der Kirchtürme. Damit verschwanden kurzerhand viele Nistplätze. Abwehrmaßnahmen gegen die Tauben wirkten unmittelbar auch gegen die Dohlen.
Beispielsweise gab es 1976 in Ellwangen nur noch etwa 10 und in Röhlingen noch ca. 5 Brutpaare. Wegen fehlender Nistmöglichkeiten wurden deshalb vom NABU Nistkästen auf allen Kirchtürmen und etlichen hohen Gebäuden installiert. Mittlerweile werden allein im Stadtgebiet Ellwangens sowie auf dem Schloss und der Schönenbergkirche gut 50 Nistkästen betreut und jährlich gereinigt. Dadurch konnte der Dohlenbestand in der Region gesichert werden. In Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Radolfzell werden die Jungvögel beringt. Aus Wiederfunden ist bekannt, dass im nahen und fernen Umland andere Kolonien Zuwachs aus Ellwangen bekommen haben und damit gefestigt werden konnten. Beispielsweise sind auch in Aalen-Wasseralfingen, Kirchheim am Ries und Bopfingen Dohlen jezt wieder zahlreich anzutreffen.

Schutzbemühungen für die Dohlen sind weiterhin und langfristig erforderlich. Dazu bedarf es der Unterstützung und Akzeptanz der Gebäudeeigentümer.

Dankeschön für das Verständnis und die langjährige Unterstützung der Kirchengemeinden mit Pfarrern und Mesnern!

Denn nicht immer landen die Äste zum Nestbau im Nistkasten.
Toleranz hierüber ist nicht selbstverständlich. Das Werben in der Öffentlichkeit um Verständnis für den Schutz der Dohle ist weiterhin angesagt.




 

Pressebericht Schwäbische Post vom 18.10.2011 [156 KB]

Pressebericht Ipf-und-Jagst-Zeitung vom 19.11.2011 [312 KB]

Download der NABU-Broschüre:
"Die Dohle - Vogel des Jahres 2012"




 

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