35.000 Zigarettenstummel in 3 Stunden gesammelt
Ellwangen, November 2026 - Gemeinsam gegen Kippendreck
Eine beispiellose Gemeinschaftsaktion für Sauberkeit und Naturschutz fand am Samstag, 15. November in Ellwangen statt. Rund 25 Freiwillige, darunter Familien mit Kindern, folgten dem Aufruf der Ellwanger BUND Ortsgruppe und sammelten in und um die Altstadt, am Bahnhof, an Bushaltestellen, auf den Parkplätzen von VARTA und Tegut und auf dem Schießwasen rund 35.000 weggeworfene Kippen. Schon im Vorfeld hatten Schülerinnen und Schüler des Hariolf Gymnasiums und des Peutinger Gymnasiums Kippen gesammelt. 800 gingen allein auf das Konto der Naturschutz AG (NaSch – AG) des PGs.
Unterstützt wurde die Aktion vom Jugend- und Kulturzentrum Ellwangen, der NABU Ortsgruppe Ellwangen, dem Baubetriebshof Ellwangen und von den Müllpaten „Saubere Ostalb“.
Die gesammelten Kippen wurden in einer transparenten Säule am Fuchseck „ausgestellt“, die schnell an ihre Kapazitätsgrenzen kam. Zudem konnten sich Passanten über die Auswirkungen von weggeworfenen Zigarettenkippen informieren. Allein in Deutschland werden jährlich etwa 106 Milliarden Zigaretten geraucht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass zwei Drittel aller gerauchten Zigaretten auf dem Boden landen.
Zigarettenfilter bestehen aus Plastik, das sich zu gefährlichem Mikroplastik zersetzt. Studien gehen davon aus, dass Zigarettenkippen noch bis zu 10 Jahre rund 7000 gefährliche Schadstoffe (darunter Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Benzol) an die Umwelt freigeben können. Wenn sie mit Wasser in Berührung kommen, löst sich nach nur einer halben Stunde bereits etwa die Hälfte des Nervengifts Nikotin. Eine einzelne Zigarettenkippe kann so 1000 Liter Wasser verseuchen. Damit wird der Lebensraum für kleine Wassertiere zerstört. Andere Tiere halten die giftigen Zigarettenfilter für Nahrung und Vögel nutzen die Reste der Kippen zum Nestbau – mit fatalen Folgen.
Die zahlreichen Passanten, mit denen die Freiwilligen ins Gespräch kamen, reagierten positiv auf die Aktion. Die Meinungen reichten von der Forderung nach mehr Aschenbechern im öffentlichen Raum, in den Außenbereichen der Gastronomie und auf Personalparkplätzen bei Unternehmen bis hin zu Bußgeldern für das Wegwerfen von Kippen, wie sie in Aalen und anderen Städten schon existieren.
Mehr Informationen zu den Folgen von Kippendreck:
https://www.bund-bremen.net/meer/stoppt-kippen-in-der-umwelt/